Blende und Schärfentiefe
Die Blende im Inneren eines Objektives ist ein Ring aus Metalllamellen, die in ihrer Mitte eine kreisrunde Öffnung bilden. Die Größe dieser Öffnung kann durch Drehung am Blendenring oder gesteuert über die Belichtungsautomatik verändert werden. Die Blendenzahl beschreibt die Größe der Blendenöffnung.
Die Hauptaufgabe der Blende besteht darin, die Lichtmenge zu regulieren, die durch das Objektiv auf den analogen Film oder den digitalen Sensor fällt. Diese Lichtmenge muss im Zusammenspiel mit der Belichtungszeit einen bestimmten Wert annehmen, um auf dem Film oder Sensor eine optimale Wirkung zu erzielen.
Die Abbildung eines Gegenstandes mit einer Kamera ist dann scharf, wenn die Lichtstrahlen, die von einem Punkt des Gegenstandes ausgehen, wieder auf einem Punkt auf dem Sensor zusammenlaufen. Es wird dann ein Punkt wieder auf einen Punkt abgebildet. Dies geschieht aber nur, wenn sich der Gegenstand in einer bestimmten Entfernung von der Kamera befindet. Diese Entfernung wird am Objektiv eingestellt oder vom Autofokus ermittelt.
Für alle Gegenstände, die einen kleineren oder größeren Abstand von der Kamera haben, gilt: Die Lichtstrahlen, die von einem Punkt ausgehen, werden auf dem Sensor nicht auf einen Punkt sondern auf eine Kreisscheibe abgebildet. Das Bild eines solchen Gegenstandes ist also unscharf. Je größer die Kreisscheiben sind, desto unschärfer ist das Bild.
Wird nun der Durchmesser der Blendenöffnung verkleinert, verkleinern sich auch die Durchmesser der Kreisscheiben auf dem Sensor. Ab einer bestimmten Größe scheinen dann diese Scheiben Punkte zu sein. Es entsteht der Eindruck, als wären Gegenstände vor und hinter der eingestellten Entfernung ebenfalls scharf. Der Entfernungsbereich, in dem dies zu sein scheint, wird Schärfentiefe genannt.
Je kleiner die Blendenöffnung wird, desto größer wird der Bereich der Schärfentiefe. Wirklich scharf ist aber nach wie vor nur ein Gegenstand in der eingestellten Entfernung.
Peter Kurze